Ricardo Schwarz - Kreativworkshops - Auftragsmalerei & Originalkunst vom Künstler
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Vom ganz normalen Wahnsinn – und einem Dachschaden, den ich wirklich nicht gebraucht hätte

Manchmal hat das Universum einen ganz eigenen Sinn für Humor. Und manchmal frage ich mich ernsthaft, ob es nicht auch einfach mal einen Gang runterschalten könnte. 😅

Das vergangene Wochenende hatte jedenfalls alles, was man als selbstständiger Künstler nicht unbedingt braucht: einen Wasserschaden im Atelier, einen kurzfristig abgesagten Malkurs, einen turbulenten Start ins Messewochenende und obendrauf noch eine Messe, die wirtschaftlich eher überschaubar ausfiel.

Aber der Reihe nach.

Wenn das Universum plötzlich von der Decke tropft

Vielleicht haben einige von euch es bereits über meine sozialen Medien mitbekommen: Am Freitag, gerade einmal 30 Minuten vor Beginn meines geplanten Pouring-Kurses, begann es in meinem Atelier von der Decke zu tropfen.

Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich eigentlich noch einen entspannten Kursabend verbringen wollte, bevor es am Wochenende zur Art & Style gehen sollte.

Glücklicherweise habe ich relativ schnell geschaltet. Als klar wurde, woher das Wasser kam, war mir schnell klar: Unter diesen Umständen kann der Kurs nicht stattfinden.

Also habe ich meine Teilnehmer kurzerhand nach Hause geschickt – natürlich nicht ohne einen kleinen Trost in Form eines Gutscheincodes, mit dem sie sich für ein anderes Event anmelden können.

Schließlich konnte niemand etwas dafür. Höhere Gewalt im wahrsten Sinne des Wortes.

Anschließend begann die eigentliche Detektivarbeit. Mehrere Stunden telefonierte ich herum, um jemanden im Haus zu erreichen. Zunächst vermutete ich, dass das Wasser möglicherweise aus einer der Wohnungen über meinem Atelier kommen könnte. Doch die Ursache lag ganz woanders.

Im Atelier über den Deckenplatten, verlaufen die Abflussrohre für das gesamte Haus. Und genau dort war eine Verbindungsstelle zwischen zwei Rohren durchgefault.

Na wunderbar. Ein Dachschaden, den ich wirklich nicht gebraucht hätte.

Der Havariedienst und das frühe Abendschläfchen

Irgendwann erreichte ich schließlich den zuständigen Havariedienst. Die Begeisterung darüber, dass ich mich ausgerechnet an einem Freitagabend mit einem solchen Problem meldete, hielt sich allerdings zunächst in Grenzen.

Sagen wir mal so: Ich hatte kurzzeitig den Eindruck, mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass mir ein Rohrbruch ausgerechnet am Freitagabend auffällt.

Vielleicht hatte ich den guten Mann auch einfach aus einem wohlverdienten frühen Abendschläfchen gerissen. Nachdem er wieder richtig wach war, ließ sich die Angelegenheit jedenfalls klären.

Und tatsächlich: Am Samstag wurde der Schaden während meiner Abwesenheit auf der Messe repariert.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Ingolf, der sich um die Handwerker und die ganze Organisation gekümmert hat. Es ist wirklich Gold wert, wenn man jemanden hat, der einem solche Dinge abnehmen kann.

Ein Atelier im Chaos und ein Kopf, der dazugelernt hat

Für mich war die Situation trotzdem ziemlich aufregend.

Zum einen musste ich mein Atelier mitten im Chaos zurücklassen – und das ausgerechnet am Messewochenende, an dem ich ohnehin schon genug um die Ohren hatte.

Früher wäre das für mich vermutlich eine absolute Katastrophe gewesen. Ich hätte wahrscheinlich die ganze Zeit darüber nachgedacht, dass ich nicht alles aufräumen, kontrollieren oder wieder in Ordnung bringen kann.

Inzwischen sehe ich das glücklicherweise etwas entspannter.

Natürlich ist es kein schöner Gedanke, wenn das eigene Atelier plötzlich unter Wasser steht und man nicht genau weiß, ob noch weitere Schäden entstehen. Aber ich habe inzwischen gelernt, dass nicht jedes Problem sofort und von mir persönlich gelöst werden muss.

Manchmal muss man Dinge einfach abgeben, darauf vertrauen, dass sie sich regeln lassen, und akzeptieren, dass die Situation gerade eben so ist, wie sie ist.

Das heißt nicht, dass mich solche Ereignisse kaltlassen. Der zusätzliche Stress war durchaus spürbar. Denn neben der abgesagten Veranstaltung hatte ich natürlich ständig diese kleinen Gedanken im Hinterkopf:

Hoffentlich geht alles gut. Hoffentlich ist nicht noch mehr kaputt. Was kommt denn jetzt noch?

Besonders entspannt fährt man mit solchen Fragen im Kopf natürlich nicht auf eine Messe.

Zwischen Wasserschaden und Messealltag

Zum Glück ist letztlich alles gut ausgegangen. Die Rohre sind repariert, mein Atelier ist nicht abgesoffen und die Welt ist auch nicht untergegangen.

Das Messewochenende selbst verlief allerdings ebenfalls eher durchwachsen. Hätte ich vorher gewusst, dass die Art & Style wirtschaftlich diesmal ziemlich mäßig laufen würde, hätte ich vielleicht sogar darüber nachgedacht, das Wochenende lieber im Atelier zu verbringen.

Aber auch das wäre vermutlich nur eine andere Variante des berühmten Hätte-hätte-Fahrradkette-Spiels gewesen.

Immerhin konnte ich auf der Messe einige spannende Gespräche führen, neue Kontakte knüpfen und die ruhigeren Stunden sinnvoll nutzen, um an einem neuen Bild zu malen.

Und ganz ehrlich: Wenn ich schon vor Ort bin, kann ich die Zeit auch kreativ nutzen.

Am Ende tropft es auch nicht ewig

Ein Wochenende, das ich mir definitiv anders vorgestellt hatte. Ein bisschen Ärger, eine ordentliche Portion Stress, ein abgesagter Kurs und ein unerwarteter Handwerker-Einsatz.

Aber eben auch die Erfahrung, dass sich selbst solche Situationen irgendwie bewältigen lassen. Dass ich inzwischen gelassener mit Dingen umgehen kann, die außerhalb meiner Kontrolle liegen. Und dass ich nicht jedes Chaos sofort beseitigen muss, um meinen Kopf wieder frei zu bekommen.

Am Ende ist alles gut ausgegangen. Die Rohre sind repariert, das Atelier steht noch und ein neues Bild ist auch entstanden.

Das Wochenende hätte ich mir trotzdem gerne ohne Wasserschaden gewünscht. Aber gut – man kann schließlich nicht alles haben.

Und wenn das Universum das nächste Mal ein Geschenk für mich bereithält, darf es gerne wieder etwas sein, das nicht von der Decke tropft. 😉