Ricardo Schwarz - Kreativworkshops - Auftragsmalerei & Originalkunst vom Künstler
IMG_20220820_132357.jpg

Blog

Ich will nicht teuer sein. Ich will richtig sein. - Warum ich meine Kunstpreise an meiner Zielgruppe orientiere

„Deine Preise sind viel zu günstig.“

„So kannst du doch von einem Kunden gar nicht ernst genommen werden.“

„Die richtigen Leute werden deine Kunst niemals kaufen, wenn du so günstig bist.“

Solche Sätze höre ich als Künstler tatsächlich immer mal wieder. Zuletzt von einer Künstleragentur, die mir ein paar Tipps für meine weitere Arbeit geben wollte.

Dresdnder Künstler Ricardo Schwarz, im Atelier vor seiner grünen Bilderwand

Und jedes Mal denke ich: Interessant. Aber für wen genau ist mein Preis eigentlich zu niedrig?

Denn bei meiner Preisgestaltung stelle ich mir seit vielen Jahren eine ziemlich einfache Frage:

Wer sind eigentlich die Menschen, die meine Bilder kaufen?

Nicht: Was verlangt Künstler X?

Nicht: Wie hoch muss mein Preis sein, damit ich möglichst wertvoll wirke?

Sondern: Was kann und möchte meine tatsächliche Zielgruppe für ein Originalkunstwerk ausgeben?

Natürlich kalkuliere ich meine Preise professionell. Meine Arbeitszeit, Materialkosten, Atelierkosten, Steuern und die übrigen Kosten meiner Selbstständigkeit müssen berücksichtigt werden. Und natürlich habe ich meine Preise über die Jahre immer wieder angepasst.

Aber ich möchte nicht einfach einen möglichst hohen Preis erreichen, nur weil ein hoher Preis auf dem Kunstmarkt als Zeichen von Wertigkeit gilt.

Am Ende entsteht aus meiner Kalkulation ein Preis, den ich meinen Kunden nenne.

Und ja: Der kann niedriger sein als der von manchen Kollegen.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass er falsch ist.

Ich möchte, dass Kunst bei normalen Menschen hängt

Meine Bilder sollen nicht nur in exklusiven Galerien oder bei Menschen hängen, für die ein Kunstkauf im vierstelligen Bereich eine spontane Entscheidung ist.

Ich möchte Bilder für Menschen malen, die in ganz normalen Wohnungen leben, ganz normale Jobs haben und trotzdem Lust auf ein Originalkunstwerk haben.

Menschen, die vielleicht eine Weile überlegen, ob sie sich dieses Bild wirklich leisten möchten – und dann sagen:

„Ja. Dieses Bild möchte ich jeden Tag sehen.“

Genau das finde ich schön.

Denn ich halte es für riskant, Kunst ausschließlich als etwas für eine finanzielle Elite zu betrachten. Es gibt deutlich mehr Menschen, die Kunst mögen, als Menschen, die sich regelmäßig Kunst im fünfstelligen Bereich kaufen können.

Und ehrlich gesagt berührt mich die Freude eines Menschen, der vielleicht zum ersten Mal ein Original kauft, viel mehr als die Vorstellung, dass mein Bild als 111. Kunstwerk in einer Sammlung landet und anschließend in irgendeiner Mappe oder einem perfekt aufgeräumten Galerieraum verschwindet.

Ich male Bilder, damit sie Menschen begleiten.

Mein Preis muss nicht meinem Ego gefallen

Das bedeutet nicht, dass Künstler sich unter Wert verkaufen sollten. Meine Arbeit hat einen Wert, und meine Preise müssen meine Arbeit und meinen Aufwand angemessen abbilden.

Aber zwischen einer fairen Kalkulation und einem künstlich hohen Preis, nur damit die Kunst „wertvoller“ wirkt, liegt für mich ein Unterschied.

Wenn mir jemand sagt:

„Deine Bilder könnten doch viel teurer sein.“

Dann mag das stimmen.

Aber die wichtigere Frage ist:

Will ich das?

Und meine Antwort darauf ist momentan ziemlich klar.

Ich möchte meine Preise so gestalten, dass sie zu meiner Arbeit passen – und zu den Menschen, für die ich meine Bilder male.

Nicht jeder Preis muss maximal hoch sein.

Nicht jedes Kunstwerk muss ein Statussymbol sein.

Und nicht jeder Künstler muss seine Preise an denen anderer Künstler orientieren.

Meine Preise müssen nicht meinem Ego gefallen.

Sie müssen für meine Arbeit fair sein und für meine Zielgruppe erreichbar.

Und deshalb sage ich, trotz aller gut gemeinten Ratschläge:

Für meine Zielgruppe sind meine Preise nicht zu niedrig.

Ich finde, sie sind genau richtig.