Ricardo Schwarz - Kreativworkshops - Auftragsmalerei & Originalkunst vom Künstler
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Blog

Ein bisschen Sizilien bleibt

Mein Sommerurlaub ist fürs Erste vorbei. Schade eigentlich – ich könnte mich durchaus noch ein paar Tage an dieses Gefühl gewöhnen. Aber gleichzeitig freue ich mich auch darauf, wieder Blogbeiträge für euch zu schreiben, das Atelier mit Leben zu füllen, kreativ zu sein und vor allem wieder Kreativität an andere Menschen weiterzugeben.

Kurz gesagt: Ich bin zurück im Alltag. Und tatsächlich freue ich mich darauf.

Ganz um einen kleinen Urlaubsbericht komme ich allerdings nicht herum. Denn die erste Woche meines Urlaubs war für mich etwas ganz Besonderes.

Ich habe mich nämlich ziemlich weit aus meiner persönlichen Komfortzone herausbewegt: Nach mehr als zehn Jahren bin ich wieder geflogen. Und nicht nur das – ich bin allein nach Italien gereist.

Italien stand schon ziemlich lange auf meiner persönlichen Bucket List. Eigentlich hätte ich längst einmal dort sein wollen. Aber wie das mit solchen Dingen eben ist: Man findet erstaunlich viele Gründe, warum etwas gerade nicht geht.

Warum gerade nicht der richtige Zeitpunkt ist. Warum man es lieber noch ein bisschen verschiebt. Warum man es vielleicht doch nicht alleine machen sollte.

Und irgendwann merkt man, dass viele dieser Gründe eigentlich gar keine besonders guten Gründe sind.

Also habe ich es einfach gemacht.

Eine Woche Sizilien. Allein. Nur mit mir.

Und was soll ich sagen? Ich habe dort unglaublich viel Ruhe gefunden.

Nicht nur die offensichtliche Ruhe – obwohl auch die natürlich eine Rolle spielt. Sonne, Meer, warme Abende, gutes Essen und zwischendurch einfach einmal nichts müssen. Aber viel stärker hat mich diese ganz andere Art von Gelassenheit beeindruckt, die einem im Alltag immer wieder begegnet.

Zum Beispiel die Siesta.

Wenn es zwischen 13 und 16 Uhr einfach zu heiß ist, dann macht man eben zu. Geschäfte schließen, Menschen machen Pause und öffnen später wieder. Warum sollte man sich in der größten Mittagshitze hinter eine Ladentheke stellen, wenn ohnehin niemand vernünftig einkaufen möchte?

Und auch bei den Öffnungszeiten scheint die Uhrzeit manchmal eher eine freundliche Empfehlung zu sein.

Wenn an einem Laden „10 Uhr“ steht, kann es durchaus passieren, dass um 10:30 Uhr noch niemand aufgeschlossen hat. Vielleicht wird es 10:45 Uhr. Vielleicht auch ein bisschen später.

Und erstaunlicherweise geht die Welt davon nicht unter.

Vermutlich würde der durchschnittliche deutsche Tourist an dieser Stelle bereits nervös auf die Uhr schauen.

Ich eingeschlossen. Zumindest früher.

Denn genau diese kleinen Dinge haben mir während dieser Woche eine interessante Frage mitgegeben:

Was wäre eigentlich, wenn nicht immer alles sofort, pünktlich und möglichst effizient funktionieren müsste?

Wir leben hier ziemlich stark nach der Uhr. Termine haben feste Zeiten, Arbeitstage sind durchgetaktet, Pausen werden irgendwo dazwischengequetscht und selbst die Freizeit bekommt manchmal noch einen kleinen Zeitplan.

Sizilien hat mir gezeigt, dass man Zeit auch anders betrachten kann.

Vielleicht muss nicht alles langsamer werden. Aber vielleicht darf manches einfach ein bisschen weniger wichtig genommen werden.

Und genau dieses Gefühl versuche ich gerade, ein kleines bisschen mit nach Hause zu nehmen.

Diese tiefe Entspannung, die ich aus Sizilien mitgebracht habe, möchte ich mir zumindest noch eine Weile bewahren. Mal sehen, wie lange das im deutschen Alltag funktioniert. 😉

Und natürlich wäre ich kein Künstler, wenn ich nicht gleichzeitig darüber nachdenken würde, was von dieser Reise irgendwann auf der Leinwand landen könnte.

Vielleicht findet sich eine Farbe wieder. Eine Stimmung. Ein Licht. Eine Erinnerung an das Meer. Vielleicht entsteht daraus irgendwann ein neues Motiv.

Oder es bleibt erst einmal einfach in meinem Skizzenbuch.

Manchmal muss eine Reise ja nicht sofort zu einem neuen Bild werden. Manchmal reicht es auch, wenn sie erst einmal irgendwo im Kopf bleibt und dort ein bisschen weiterarbeitet.

Ich bin jedenfalls gespannt, was daraus entsteht.

Und jetzt freue ich mich erst einmal darauf, wieder hier zu sein: im Atelier, an den Leinwänden, bei meinen Kursen und natürlich hier auf dem Blog.

Der Urlaub ist vorbei.

Aber ein kleines bisschen Sizilien darf ruhig noch bleiben.

Ich hoffe, ihr hattet ebenfalls eine schöne Sommer- und Urlaubszeit – oder habt sie vielleicht sogar noch vor euch. Und vor allem hoffe ich, dass ihr aus diesem Sommer etwas von dieser besonderen Entspannung mitnehmen könnt.

Vielleicht sogar ein kleines bisschen mehr, als ihr ursprünglich vorhattet.