Ricardo Schwarz - Kreativworkshops - Auftragsmalerei & Originalkunst vom Künstler
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Kreative Straußeneier – warum ich eines davon zerstören musste

Vor ein paar Wochen bekam ich eine Anfrage, die ich so auch noch nicht hatte:
Ob ich Lust hätte, ein paar leere Straußeneier zu gestalten.

Mein erster Gedanke war ziemlich unkompliziert: Warum eigentlich nicht?

Also rafen kurze Zeit später drei leere Straußeneier in meinem Atelier ein. Die ersten beiden Eier haben ihr Motiv fast von allein gefunden.

Eines wurde zu einem meiner Quallenmotive – ein Thema, das mich ohnehin immer wieder begleitet.
Das zweite entstand mit Alkoholtinten – frei, fließend, ohne viel Nachdenken.

Beide Arbeiten hatten etwas Leichtes. Fast Selbstverständliches.


Beim dritten Ei war das anders.Ich habe es mehrere Tage einfach nur angesehen.
Nicht, weil mir nichts einfiel – sondern weil sich alles, was mir einfiel, irgendwie zu beliebig angefühlt hat.Es wäre einfach gewesen, noch ein drittes „schönes“ Ei zu gestalten.
Aber genau das hat sich falsch angefühlt.

Irgendwann kam der Punkt, an dem die Entscheidung klar war:Ich habe das Ei zuerst komplett geschwärzt.
Und dann zerstört. Ihr glaubt gar nicht wie stabil ein Straußenei ist.

Das war der Moment, in dem aus einer Gestaltungsaufgabe ein Prozess wurde. Aus einzelnen Fragmenten habe ich das Ei anschließend in der Kintsugi-Technik wieder zusammengesetzt.
Die Brüche nicht versteckt, sondern bewusst sichtbar gelassen. Nicht als Makel – sondern als Teil der Geschichte.

Was mich daran interessiert hat, war weniger die Technik.
Sondern die Frage, was passiert, wenn man aufhört, Dinge „heile machen“ zu wollen – und stattdessen mit dem arbeitet, was da ist.

Nicht zurück zum Ursprünglichen. Sondern weiter.

Die drei fertigen Eier habe ich anschließend über Social Media versteigert.
Ein Teil der Einnahmen wird an den Verband Sozialpädagogischer Projekte e.V. in Dresden gespendet.

Und was mich ehrlich gefreut hat:
Alle drei Eier bleiben zusammen und haben ein gemeinsames neues Zuhause gefunden.