Ricardo Schwarz - Kreativworkshops - Auftragsmalerei & Originalkunst vom Künstler
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Zwischen echten Erfahrungen und leeren Versprechen

Neulich hatte ich innerhalb von zehn Minuten drei Anzeigen in meinem Feed.

Alle mit einem ähnlichen Versprechen:
mehr Kunst verkaufen, bessere Kunst machen, erfolgreicher als Kreativer arbeiten –
natürlich einfach erklärt, schnell umsetzbar, sauber verpackt.

Ich hab aus Neugier kurz draufgeklickt.
Und nach wenigen Minuten gemerkt:
Es ist immer wieder das Gleiche.

Generische Inhalte, oft offensichtlich mit KI zusammengebaut, leicht angepasst auf die jeweilige Zielgruppe.
Und Menschen dahinter, bei denen man mit ein bisschen Recherche ziemlich schnell merkt,
dass sie das, was sie da verkaufen, selbst nie wirklich gemacht haben.

Kein echtes Arbeiten mit Menschen.
Keine gewachsene Praxis.
Vor allem: keine Reibung.

Nur ein System, das darauf ausgelegt ist, Wissen zu verkaufen, nicht, es zu entwickeln.

Warum mich das beschäftigt?

Weil ich selbst ein Buch geschrieben habe.

Nicht schnell.
Nicht nebenbei.
Sondern über mehr als ein Jahr hinweg.

In „How to Workshop“ habe ich meine Erfahrungen aus über zehn Jahren Kurs- und Workshoparbeit zusammengefasst.
Mit allem, was dazugehört: Dinge, die funktioniert haben.
Dinge, die komplett schiefgelaufen sind.
Und viele Entscheidungen, die ich heute anders treffen würde.

Und genau das ist der Punkt: Ich würde heute einiges ergänzen.

Weil ich immer noch unterrichte.
Weil ich Woche für Woche mit echten Menschen arbeite.
Weil sich Dinge verändern, wenn man sie wirklich macht, nicht nur darüber spricht.

Und trotzdem ertappe ich mich dabei, wie ich viel zu selten über dieses Buch spreche.

Nicht, weil es mir egal ist.
Sondern weil ich keine Lust habe, in dieselbe Schublade gesteckt zu werden wie all die, die gerade laut sind.

Dieses Gefühl von:
„Bitte nicht noch einer, der mir erklärt, wie’s geht.“

Dabei war das nie der Antrieb.

Ich wollte kein Produkt bauen, das sich gut verkauft.
Ich wollte etwas festhalten, das ich selbst am Anfang gebraucht hätte.

Weil ich in den letzten Jahren immer wieder gesehen habe,
wie viel Einfluss ein einzelner Workshop haben kann.

Im besten Fall:
Jemand findet wieder Zugang zur eigenen Kreativität.
Traut sich. Bleibt dran. Entwickelt etwas.

Im schlechtesten Fall:
Jemand geht raus und denkt, er kann das einfach nicht.
Und lässt es für Jahre bleiben.

Und ja – beides passiert.
Öfter, als man denkt.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich heute doch darüber schreibe.

Weil es keinen Sinn macht, Erfahrungen kleinzuhalten, nur weil andere den Raum mit leeren Versprechen füllen.

Weil Substanz nicht leiser sein sollte als Lautstärke.

Und vielleicht auch als Erinnerung, für mich selbst genauso wie für alle, die etwas weitergeben wollen:

Nicht alles, was gut klingt, trägt auch.
Und nicht alles, was ruhig daherkommt, ist weniger wert.

Wenn du selbst Workshops gibst – oder darüber nachdenkst, damit anzufangen:

Dann ist „How to Workshop“ genau daraus entstanden.
Aus Praxis. Aus Fehlern. Aus dem Versuch, Dinge besser zu machen.

Ohne Abkürzungen.
Ohne „3 Schritte“.
Dafür ziemlich nah an dem, was wirklich passiert, wenn Menschen zusammenkommen, um kreativ zu arbeiten.

Wenn dich das interessiert, schau es dir gern an.

Und wenn nicht, nimm zumindest das hier mit:

Am Ende bleibt nicht hängen, wie gut du dich verkaufst, sondern was bei den Menschen übrig bleibt.